Wie evidenzbasiertist die Schulmedizin?
Weniger als sechs Prozent aller schulmedizinischen Maßnahmen beruhen auf einigermaßen gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen; nur bei jeder dritten sind Nebenwirkungen hinlänglich bekannt. Diese schlechten Quoten ergeben sich aus einer intensiven Auswertung von über 1000 Forschungsreviews. Dass „alternativer“ Medizin nicht zu trauen sei, weil es ihr an „Evidenz“ mangle, erweist sich insofern als Steinwurf aus dem Glashaus.
Als Rockefeller Anfang des letzten Jahrhunderts begann, die etablierte Naturheilkunde zu verdrängen, um die Pharmaindustrie zu etablieren, geschah dies unter dem Deckmantel der Bekämpfung von Quacksalberei. Rockefeller kaufte sich in die Universitäten ein, bestimmte von da an die Lehrpläne und schaltete immer mehr die seit Jahrhunderten bewährten Naturheilverfahren ab, wie beispielsweise Terpentinöl.
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Schulmedizin: Arrogant aber meist ohne Evidenz
Die berücksichtigten Reviews decken alle Bereiche der Medizin ab, von Gerontologie bis Kinderheilkunde, von Chirurgie bis Psychatrie, von Pharmaka bis Diäten. Sie stammen von Cochrane, einer gemeinnützigen Organisation, in der ein weltweites Netzwerk von Wissenschaftlern medizinische Forschung systematisch sichtet und zusammenfasst, um Ärzten und Gesundheitspolitikern gutbegründete Entscheidungen zu ermöglichen. Dazu erstellen die Forschungsgruppen und Zentren systematische Reviews und Meta-Analysen, die den Stand der Evidenz zu medizinischen Maßnahmen und teils auch Diagnoseverfahren bewerten. Im Hinblick auf Interessenkonflikte gelten strenge Regeln – gekaufte Wissenschaft soll nicht berücksichtigt werden. Die Ergebnisse sind offen zugänglich in der Cochrane Library. Diese umfasst mittlerweile mehr als 9000 Reviews.
Aus dieser riesigen Materialsammlung wählte das Forscherteam 1076 Reviews aus, veröffentlicht zwischen 2008 und 2021; sie deckten die insgesamt 1567 medizinische Maßnahmen ab. Wichtigstes Einschlusskriterium: Es wurde eine Intervention mit einem Placebo, keiner Behandlung oder der Standardtherapie verglichen.
Um die Qualität der Rewies zu bewerten, kam GRADE zur Anwendung, ein Verfahren, das in systematischen Reviews für jedes Ergebnis (Outcome) ein “Vertrauens-Label” vergibt: hoch, moderat, niedrig, sehr niedrig.
Das Ergebnis: Lediglich 5,6 % aller medizinischen Maßnahmen hatten einen statistisch signifikanten hohen Nutzen.
Dagegen war bei 58 % der untersuchten Reviews die Qualität “NIEDRIG” oder gar “SEHR NIEDRIG”, bei weiteren 30 % “MÄSSIG”.
“Diesem bescheidenen Wirksamkeitsprofil”, so stellt die Walach/Ioannidis-Gruppe fest, “stehen die Nebenwirkungen gegenüber. Nur bei 577 oder 37 % aller Interventionen wurden auch die Nebenwirkungen so sorgfältig dokumentiert, dass sie in den Reviews erfasst werden konnten.” Inwieweit Medizin schadet, bleibt demnach viel zu oft unerwähnt.
Ihr Fazit: “Jedenfalls wissen wir jetzt, dass ein bisschen mehr Skepsis im Umgang mit dem medizinischen Erlösungsnarrativ nicht nur angebracht und sachlich richtig ist, sondern eigentlich die aufgeklärtere und besser informierte Haltung.”
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“Evidenz” oftmals erlogen
Wie sich “Evidenz” herbeimanipulieren lässt, um missliebige Standpunkte und Therapien in Verruf zu bringen, zeigt beispielsweise der “Surgisphere”-Skandal zu Beginn der Corona-“Pandemie”. Zahlreiche Mediziner hatten über beeindruckende Behandlungserfolge mit Hydroxychloroquin bei C-19 berichtet.
Kurz darauf tauchte am 22. Mai 2020 in Lancet – einer der weltweit angesehensten medizinischen Fachzeitschriften – eine Studie auf, die behauptete, dass Hydroxychloroquin Covid-Patienten mehr schadet als nützt. Dies solle angeblich die Analyse der Krankendaten von 96.032 ergeben haben. Mainstream-Medien verbreiteten das ohne zu hinterfragen.
Später stellte sich heraus: Die Daten waren gefälscht. Die Firma Surgisphere, von der die Daten stammten, konnte nie nachweisen, dass die angeblich „1200 Krankenhäuser auf der ganzen Welt“ überhaupt existierten.
Von welchen 1200 Krankenhäusern stammten die Surgisphere-Daten? Die Studie nannte kein einziges beim Namen. Nachforschungen ergaben, dass viele von ihnen gar nicht existierten oder noch nie von Surgisphere gehört hatten.
Nach einem Protestbrief von über 200 Medizinern und Statistikern zog Lancet die Studie zurück. Bis heute ist unklar, wer sie überhaupt in Auftrag gegeben und finanziert hatte.
Quellen
- Howick J, Koletsi D, Ioannidis JPA, et al.: „Most healthcare interventions tested in Cochrane Reviews not effective according to high quality evidence: a systematic review and meta-analysis“, Journal of Clinical Epidemiology 2022;148 doi: https://doi.org/10.1016/j.jclinepi.2022.04.017. Zusammengefasst hier: Harald Walach: „Meta-Review: Das Rückgrat der Evidence Based Medicine ist schwach.“
- https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371%2Fjournal.pmed.0020124
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