Oxymel – Medizin aus der Antike: Der gesundheitliche Nutzen und wie man Oxymel selbst herstellt
Oxymel (aus dem Lateinischen „Säure und Honig“, gibt es schon seit Jahrhunderten. Es wurde bereits von den alten Griechen verwendet und war sowohl in europäischen als auch in amerikanischen Arzneibüchern als wichtiges Volksheilmittel für verschiedene Gesundheitsprobleme aufgeführt.
Heute, da die Wissenschaft beginnt, Beweise für seine jahrhundertealten Wirkungsversprechen zu liefern, gewinnt Oxymel sowohl als gesundheitsförderndes Tonikum wieder an Beliebtheit.
Oxymel ist eine sirupartige Mischung aus Honig und Essig, die oft mit ergänzenden Kräutern hergestellt wird. Sein Name spiegelt treffend seinen süß-sauren Geschmack wider.
Sollten Sie Oxymel zu einem Teil Ihrer natürlichen Gesundheitsroutine machen? Dieser Artikel behandelt die Geschichte und die Vorteile dieses alten Elixiers und enthält ein einfaches und kostengünstiges Rezept, das Sie zu Hause zubereiten können
Die Ursprünge von Oxymel
Oxymel wurde erstmals um 400 v. Chr. in der griechischen Medizin erwähnt und begann als einfacher, aber vielseitiger Sirup aus Honig und Essig.
Die Beliebtheit von Oxymel beschränkte sich nicht nur auf Griechenland. In römischen Texten wurde es sowohl als Heilmittel als auch als kulinarisches Gewürz gepriesen. Während des gesamten Mittelalters blieb Oxymel ein fester Bestandteil der europäischen Volksmedizin und wurde von Generation zu Generation weitergegeben.
In unserer heutigen Welt sind der Begriff und die Variationen des Tonikums jedoch weniger bekannt und hauptsächlich Kräuterkundigen und Kräuterliebhabern geläufig.
In den 1980er Jahren gewann Oxymel wieder an Beliebtheit, als die Kräuterkundlerin Rosemary Gladstar ihr Rezept für „Feuer-Essig” entwickelte, ein Oxymel mit Echinacea, Kurkuma und anderen scharfen Zutaten.
Heute erhält Oxymel allmählich die Aufmerksamkeit, die es verdient, und das aus gutem Grund: Als Forscher die potenziellen gesundheitlichen Vorteile näher untersuchten, stellten sie die starke Synergie zwischen den antioxidativen, den antimykotischen und den keimtötenden Bestandteilen des Honigs und des Essigs fest.
Die potenziellen gesundheitlichen Vorteile von Oxymel
Klinische Studien am Menschen belegen, dass Oxymel-Tonika die allgemeine Gesundheit fördern, entzündungshemmend, schleimlösend und gegen Halsschmerzen wirken. Obwohl die Kombination aus Honig und Essig allein (die Basis-Variante von Oxymel) bereits wohltuend für den Körper ist, gewinnt Oxymel durch die Zugabe von Kräutern zusätzliche Vorteile aus den Eigenschaften der einzelnen Kräuter.
Die Möglichkeiten für Kräuterkombinationen sind nahezu unbegrenzt, sodass Oxymel wirklich individuell an die Bedürfnisse und Probleme jedes Einzelnen angepasst werden kann.
Zu den am besten untersuchten Vorteilen von Oxymels gehören:
- Reinigende Eigenschaften: Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass die antimykotischen und antibiotischen Bestandteile von Manuka-Honig in Kombination mit der Essigsäure im Essig synergistisch wirken und so krankmachende Bakterien im Körper belämpfen. Dies kann möglicherweise die Wundheilung unterstützen, indem es ein für Infektionen weniger günstiges Umfeld schafft und eine schnellere Genesung fördert. Die Studie ergab, dass keines der beiden Produkte allein die gleiche Wirkung hatte.
- Antioxidative Eigenschaften: Sowohl Honig als auch Essig enthalten Polyphenole, pflanzliche Verbindungen mit antioxidativen Eigenschaften. Antioxidantien schützen den Körper vor oxidativem Stress durch freie Radikale, die Zellschäden verursachen können.
- Gesunde Stoffwechselfunktion: Eine Studie, in der Zataria, eine thymianähnliche Pflanze, zum Oxymel hinzugefügt wurde, fand heraus, dass Oxymel verschiedene Aspekte der Stoffwechselfunktion unterstützt. Interessant dabei ist, dass die Stoffwechselfunktion des Körpers die Entzündungsreaktion, das Gewicht und das individuelle Krankheitsrisiko beeinflusst.
- Verdauungsgesundheit: Studien deuten darauf hin, dass die Kombination der verdauungsfördernden und sättigungsfördernden Eigenschaften von Essig mit der präbiotischen Wirkung von Honig eine gesunde Verdauung unterstützt und möglicherweise zur Gewichtsregulierung beiträgt. Eine andere Studie belegt die Bauchfett reduzierende Eigenschaft von Apfelessig
Die besten Zutaten für ein potentes Oxymel
Wenn Sie Ihr eigenes Oxymel herstellen, können Sie dessen Geschmack und Wirkung individuell anpassen. Die Natur bietet eine große Auswahl an Essig und Honig an, die jeweils ihr eigenes Geschmacksprofil und gesundheitlichen Vorteile haben.
Hier ist ein Leitfaden, um die besten Optionen für Ihr Oxymel zu finden:
Essig
- Es gibt zwei Arten von Essig: trüb und klar. Im ursprünglichen ungefilterten Essig sehen Sie eine trübe Masse (die Mutter). Diese enthält alle guten Nährstoffe des Apfelessigs. Wählen Sie immer einen naturtrüben Essig und niemals den „Industrie-Essig“.
- Säuregehalt: Entscheiden Sie sich für Essigsorten mit einem Säuregehalt von mindestens 5 %. Beliebt ist beispielsweise biologischer naturtrüber Apfelessig mit „der Mutter”. Sie besteht aus Proteinen, Enzymen und nützlichen Bakterien – also aus guten Inhaltsstoffen, die die Fähigkeit des Essigs, die Immunfunktion zu unterstützen, noch verstärken.
- Geschmack: Überlegen Sie sich, welchen Geschmack Sie bevorzugen. Apfelessig hat einen vertrauten säuerlichen Geschmack, Rotweinessig verleiht eine tiefere, fruchtigere Note, während Weißweinessig einen subtileren Geschmack hat. Granatapfelessig ist süß und säuerlich wie Apfelessig, hat aber einen ausgeprägten Granatapfelgeschmack.
- Entscheiden Sie sich für Bio: Wählen Sie einen Bio-Essig, da dieser garantiert keine unerwünschten Zusatzstoffe enthält und mit nachhaltigen Methoden hergestellt wurde.
Honig
- Roh und ungefiltert: Bio-Rohhonig, der ungefiltert, unerwärmt zentrifugiert wird, behält seine Spurenelemente und Pollen und gewährleistet die besten potenziellen gesundheitlichen Eigenschaften. Bio-Rohhonig, der vollständig wild ist, stammt von Bienen, die niemals mit Zuckersirup jeglicher Art gefüttert wurden. Achten Sie auf Bezeichnungen wie „roh“, „kalt geschleudert“ und „nicht erhitzt“.
- Manuka: Manuka-Honig wird medizinisch zur Wundheilung eingesetzt, da er eine hohe Konzentration an Methylglyoxal (MGO) enthält, das nachweislich gegen antibiotikaresistente Bakterien wirkt. Andere Honigsorten enthalten kein MGO. Manuka-Honig ist jedoch sehr teuer und für die allgemeine Gesundheitsvorsorge nicht unbedingt notwendig. Unterstützen Sie lokale Imker und entscheiden Sie sich für Honig aus Ihrer Region.
- Blumige Noten: Der Geschmack von Honig wird durch seine Nektarquelle bestimmt. Wildblütenhonig beispielsweise verleiht eine komplexe Süße, während Buchweizenhonig eine reichhaltige, erdige Note bietet.
Zusätze
- Kräuter: Geben Sie Kräuter mit bestimmten gesundheitlichen Wirkungen in Ihren Essig. Zur Stärkung des Immunsystems eignen sich Oregano, Thymian, frische oder getrocknete Holunderbeeren, Hagebutten oder Salbei. Verwenden Sie Ingwer für eine zusätzliche Unterstützung der Verdauung, oder Knoblauch für zusätzliche keimabtötende Wirkung.
- Zitrone: Sie können Zitrone für den Geschmack hinzufügen. Verwenden Sie ausschließlich Bio-Zitronen, da die Schalen sonst mit Neurotoxinen und anderen Chemiekalien imprägniert sind. Wenn Sie fertigen Zitronensaft verwenden möchten, achten Sie auf Bio-Ware aus Glasflaschen.
Bei der Herstellung von Oxymel gibt es keine richtige oder falsche Kombination. Experimentieren Sie mit verschiedenen Essig- und Honigkombinationen, um Ihr Lieblings- Oxymel zu finden.
Wie man ein einfaches Oxymel herstellt
Das einfachste Oxymel ist eine Mischung aus gleichen Teilen Honig und lauwarmem Essig. Für etwa zwei Tassen Oxymel benötigen Sie folgende Zutaten und Utensilien:
- Eine Tasse roher, ungefilterter Honig
- Eine Tasse naturtrüber Apfel-, Rotwein- oder Granatapfelessig
- Ein Glas mit dicht schließendem Deckel
- optional: ¼ Tasse getrocknete Kräuter oder ¾ Tasse frische Kräuter Ihrer Wahl
Zubereitung:
- Vermischen Sie den Honig mit dem lauwarmen Essig. (Durch Erhitzen des Essigs werden seine potenziellen gesundheitlichen Vorteile verringert, aber durch leichtes Erwärmen lassen sich die Zutaten besser vermischen.) Fügen Sie gegebenenfalls Kräuter oder Knoblauch hinzu. Rühren Sie um, damit sich alle Zutaten gut vermischen.
- Verschließen Sie den Behälter mit einem dichten Deckel. Lassen Sie die Mischung vier bis sechs Wochen lang an einem dunklen Ort stehen und schütteln Sie sie alle paar Tage.
- Nach vier Wochen die entstandene Flüssigkeit abseihen und in einem sauberen Glas mit dicht schließendem Deckel in einem kühlen, dunklen Schrank aufbewahren. So ist Oxymel bis zu einem Jahr haltbar.
Nehmen Sie täglich ein bis zwei Teelöffel zur Unterstützung des Immunsystems ein, um Ihr allgemeines Wohlbefinden zu erhalten. Meistens gelingt Oxymel ebenso lecker wie gesund, sodass Sie sich auf Ihre tägliche Dosis freuen werden!
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